Von:
Martin Schindehütte

e-pfingsten.de

„Du gehst mir auf den Geist!“ – das ist ein echter Vorwurf. Man findet jemanden nervig: Der will etwas von mir, was ich nicht will. Zwischen ihm und mir spielt sich etwas ab. Wir suchen und streiten, was wir gemeinsam haben und was nicht. Wir finden zueinander und unsere Freundschaft wird tiefer. Oder wir bleiben im Streit und unsere Beziehung zerbricht.

Das ist kein schlechtes Beispiel dafür, worum es an Pfingsten geht. Da geht es auch um eine Beziehung. Es geht um die Beziehung Gottes zu uns – und unsere zu ihm. Es geht darum, was Gottes Wille und Hoffnung, was sein „Heiliger Geist“ für uns bedeutet und bewirkt. Weil er uns will, gibt es uns und die christliche Kirche.

Da war eine Menge gründlich schief gegangen – zwischen Gott und uns. Gott war uns wie ein Mensch begegnet. Der Mensch hieß Jesus und lebte vor 2000 Jahren. Er sagte: Gott kommt zu uns im Geist der Liebe. Wir können zu ihm kommen im Geist der Freiheit. Das gibt uns Mut zum Leben. Das stärkt uns zum Guten.

Und wenn wir sagen: „Du gehst mir auf den Geist. Lass mich in Ruhe!“ dann nimmt er das hin und bleibt doch ganz in unserer Nähe. Das blieb er auch, als Jesus in einem Geist der Ablehnung und Gewalt auf grausame Weise von uns Menschen hingerichtet wurde, in Todesqualen an einem Kreuz.

Darum feiern wir Ostern und glauben, dass Jesus auferstanden ist. Das bedeutet für uns: Gott begegnet uns immer noch wie ein liebender Mensch. Trotz Gewalt und Tod, trotz Schuld an Gott und aneinander: Wir bekommen Mut zum Leben. Wir können Gutes tun. Die Kraft, die das ermöglicht, nennen wir Gottes „Heiligen Geist“. Pfingsten geht auf eine Geschichte in der Bibel zurück. Die Freunde Jesu, seine „Jünger“, waren völlig am Boden zerstört und ängstlich nach Jesu Tod. Seine Auferstehung – das hatten sie nicht wirklich verstanden. Doch plötzlich bekamen sie Mut, stellten sich auf einen öffentlichen Platz und sagten klar und deutlich: „Jesus ist auferstanden. Von ihm geht Versöhnung und Frieden aus.“

Viele Leute glaubten ihnen. Sie bildeten eine Gemeinschaft der Glaubenden. Sie wollten ehrlich und gerecht miteinander umgehen – und alle anderen auf der Welt sollten das auch. Nun ja, das gelang auch ihnen längst nicht immer. Aber sie glaubten: Wir können es immer neu versuchen. Gott vergibt uns. Wir können umkehren. Wir können Mut fassen. Was wir versuchen, wendet Gott zum Guten. Das ist Kirche. Gottes Geist macht es möglich.